IT-Nearshoring vs. IT-Outsourcing – Der große Vergleich

IT-Near­sho­ring vs. IT-Out­sour­cing ist für Unter­neh­men vor allem dann rele­vant, wenn zusätz­li­che IT-Kapa­zi­tä­ten oder spe­zia­li­sier­tes Know-how benö­tigt wer­den. Gleich­zei­tig müs­sen Ent­wick­lungs­pro­jek­te umge­setzt, bestehen­de Sys­te­me wei­ter­ent­wi­ckelt und neue Tech­no­lo­gien inte­griert wer­den. Exter­ne IT-Res­sour­cen kön­nen dabei hel­fen, feh­len­de Kapa­zi­tä­ten und Kom­pe­ten­zen fle­xi­bel zu ergänzen.

In die­sem Zusam­men­hang fal­len häu­fig die Begrif­fe IT-Out­sour­cing und IT-Near­sho­ring. Sie wer­den teil­wei­se als alter­na­ti­ve Model­le gegen­über­ge­stellt – streng genom­men beschrei­ben sie jedoch nicht dasselbe.

IT-Out­sour­cing bezeich­net grund­sätz­lich die Aus­la­ge­rung von IT-Leis­tun­gen an einen exter­nen Dienst­leis­ter. Near­sho­ring beschreibt dage­gen, wo sich die­ser exter­ne Part­ner bzw. das ein­ge­setz­te IT-Team befin­det.

Was bedeu­tet das kon­kret für Unter­neh­men? Wel­che Unter­schie­de bestehen zwi­schen Near­sho­ring, Off­s­ho­ring und klas­si­schem Out­sour­cing – und wel­ches Modell eig­net sich für wel­che Anforderungen?

Was ist IT-Outsourcing?

Beim IT-Out­sour­cing über­trägt ein Unter­neh­men bestimm­te IT-Auf­ga­ben, Pro­jek­te oder Ver­ant­wor­tungs­be­rei­che an einen exter­nen Dienstleister.

Der Umfang kann sehr unter­schied­lich sein. Unter­neh­men kön­nen bei­spiels­wei­se ein­zel­ne IT-Spe­zia­lis­ten zur Ver­stär­kung eines bestehen­den Teams ein­set­zen, ein exter­nes Ent­wick­lungs­team auf­bau­en oder kom­plet­te Auf­ga­ben­be­rei­che und Pro­jek­te an einen Dienst­leis­ter übertragen.

Ent­schei­dend ist dabei zunächst nicht der Stand­ort des exter­nen Part­ners. IT-Out­sour­cing kann sowohl inner­halb des eige­nen Lan­des als auch in ande­ren Län­dern stattfinden.

Je nach geo­gra­fi­scher Ent­fer­nung unter­schei­det man des­halb häu­fig zwi­schen drei Modellen:

  • Ons­ho­ring: Der exter­ne Dienst­leis­ter befin­det sich im eige­nen Land.
  • Near­sho­ring: Die Zusam­men­ar­beit erfolgt mit einem Anbie­ter in einem geo­gra­fisch nahe­ge­le­ge­nen Land.
  • Off­s­ho­ring: IT-Leis­tun­gen wer­den in wei­ter ent­fern­te Regio­nen oder Län­der ausgelagert.

IT-Near­sho­ring ist damit eine Form des IT-Out­sour­cings – und kein grund­sätz­li­ches Gegen­mo­dell dazu.

Was bedeutet IT-Nearshoring?

Beim IT-Near­sho­ring arbei­ten Unter­neh­men mit IT-Spe­zia­lis­ten oder IT-Dienst­leis­tern aus geo­gra­fisch nahe­ge­le­ge­nen Län­dern zusammen.

Für Unter­neh­men in Deutsch­land bedeu­tet das häu­fig die Zusam­men­ar­beit mit Part­nern inner­halb Euro­pas, bei­spiels­wei­se in Mittel‑, Ost- oder Südeuropa.

Die räum­li­che Nähe bringt eini­ge prak­ti­sche Vor­tei­le mit sich. Arbeits­zei­ten über­schnei­den sich weit­ge­hend, per­sön­li­che Tref­fen sind ver­gleichs­wei­se ein­fach mög­lich und kul­tu­rel­le sowie orga­ni­sa­to­ri­sche Unter­schie­de sind häu­fig gerin­ger als bei einer Zusam­men­ar­beit über große Entfernung.

Near­sho­ring kann dabei sehr unter­schied­li­che For­men anneh­men. Exter­ne Spe­zia­lis­ten kön­nen ein bestehen­des inter­nes Team ergän­zen, als dedi­zier­tes Team lang­fris­tig für ein Unter­neh­men arbei­ten oder bestimm­te Ent­wick­lungs­auf­ga­ben übernehmen.

IT-Nearshoring vs. IT-Outsourcing: Wo liegt der eigentliche Unterschied?

Die Frage ​„IT-Near­sho­ring oder IT-Out­sour­cing?“ ist des­halb eigent­lich etwas irreführend.

Out­sour­cing beschreibt die Ent­schei­dung, IT-Leis­tun­gen extern zu bezie­hen. Near­sho­ring beschreibt eine mög­li­che geo­gra­fi­sche Aus­ge­stal­tung die­ser Ent­schei­dung.Für Unter­neh­men ist daher meist eine ande­re Frage wichtiger:

Wel­ches Sourcing-Modell bie­tet für das kon­kre­te Pro­jekt die beste Kom­bi­na­ti­on aus Ver­füg­bar­keit, Zusam­men­ar­beit, Qua­li­tät, Fle­xi­bi­li­tät und Kosten?

Wäh­rend ein loka­ler Anbie­ter eine sehr hohe geo­gra­fi­sche Nähe bie­tet, kön­nen Near­shore-Stand­or­te den ver­füg­ba­ren Talent­pool erheb­lich erwei­tern. Off­shore-Model­le kön­nen wie­der­um ande­re Kos­ten­vor­tei­le bie­ten, brin­gen jedoch häu­fig grö­ße­re Zeit­ver­schie­bun­gen und einen höhe­ren Koor­di­na­ti­ons­be­darf mit sich.

Onshoring, Nearshoring und Offshoring im Vergleich

Kri­te­ri­umOns­ho­ringNear­sho­ringOff­s­ho­ring
Stand­ortEige­nes LandGeo­gra­fisch nahe LänderWei­ter ent­fern­te Länder/​Regionen
Zeit­zo­nenGleichMeist gleich oder gerin­ge AbweichungTeil­wei­se deut­li­che Unterschiede
Talent­poolStär­ker auf natio­na­len Markt begrenztZugang zu zusätz­li­chen euro­päi­schen IT-TalentenSehr gro­ßer inter­na­tio­na­ler Talentpool
Per­sön­li­che TreffenEin­fachVer­gleichs­wei­se einfachAuf­wen­di­ger
Koor­di­na­ti­ons­auf­wandMeist geringGering bis moderatHäu­fig höher
Kos­ten­struk­turHäu­fig höherAttrak­ti­ves Ver­hält­nis von Kos­ten und NäheHäu­fig stär­ker kostenorientiert
Zusam­men­ar­beitSehr direktEnge Zusam­men­ar­beit gut möglichAbhän­gig von Stand­ort und Modell

Die tat­säch­li­chen Unter­schie­de hän­gen selbst­ver­ständ­lich vom jewei­li­gen Anbie­ter, Stand­ort und Pro­jekt ab. Die geo­gra­fi­sche Lage allein sagt noch nichts über die Qua­li­tät eines IT-Part­ners aus.

Welche Vorteile bietet IT-Nearshoring?

Ein wesent­li­cher Grund für Near­sho­ring ist der Zugang zu einem grö­ße­ren IT-Talent­pool. Unter­neh­men sind bei der Suche nach bestimm­ten Tech­no­lo­gien oder Erfah­rungs­pro­fi­len nicht aus­schließ­lich auf den hei­mi­schen Arbeits­markt angewiesen.

Gleich­zei­tig bleibt die Zusam­men­ar­beit ver­gleichs­wei­se nah.

Größerer Zugang zu IT-Spezialisten

Bei schwer zu beset­zen­den Rol­len kann die Suche auf meh­re­re euro­päi­sche Märk­te aus­ge­wei­tet wer­den. Das ist ins­be­son­de­re bei spe­zia­li­sier­ten Tech­no­lo­gien oder kurz­fris­ti­gem Kapa­zi­täts­be­darf interessant.

Ähnliche Zeitzonen

Bei euro­päi­schen Near­shore-Stand­or­ten über­schnei­den sich die Arbeits­zei­ten in der Regel weit­ge­hend. Abstim­mun­gen, Daily Mee­tings oder gemein­sa­me Work­shops kön­nen dadurch wäh­rend des nor­ma­len Arbeits­ta­ges stattfinden.

Flexible Skalierung

Exter­ne Spe­zia­lis­ten und Teams kön­nen ent­spre­chend dem Pro­jekt­be­darf auf­ge­baut oder erwei­tert wer­den. Unter­neh­men kön­nen dadurch zusätz­li­che Kapa­zi­tä­ten schaf­fen, ohne jede benö­tig­te Rolle dau­er­haft intern beset­zen zu müssen.

Persönliche Zusammenarbeit bleibt möglich

Auch wenn die Zusam­men­ar­beit über­wie­gend remo­te erfolgt, sind Work­shops, Kick-offs oder ande­re per­sön­li­che Ter­mi­ne auf­grund der geo­gra­fi­schen Nähe ver­gleichs­wei­se ein­fach organisierbar.

Attraktive Kostenstruktur

Die Kos­ten kön­nen je nach Near­shore-Stand­ort unter denen ver­gleich­ba­rer Res­sour­cen im deut­schen Markt lie­gen. Gleich­zei­tig soll­te die Ent­schei­dung nicht allein auf dem Stun­den­satz beru­hen. Pro­duk­ti­vi­tät, Qua­li­tät, Kom­mu­ni­ka­ti­on und Koor­di­na­ti­ons­auf­wand beein­flus­sen die tat­säch­li­chen Pro­jekt­kos­ten eben­falls erheblich.

Welche Herausforderungen gibt es beim Nearshoring?

Auch Near­sho­ring ist kein Selbst­läu­fer. Der Erfolg hängt wesent­lich davon ab, den rich­ti­gen Part­ner und die pas­sen­den Spe­zia­lis­ten aus­zu­wäh­len.

Unter­schie­de in Unter­neh­mens­kul­tur, Kom­mu­ni­ka­ti­on und Arbeits­wei­se kön­nen auch inner­halb Euro­pas bestehen. Eben­so unter­schei­den sich Anbie­ter hin­sicht­lich tech­ni­scher Spe­zia­li­sie­rung, Bran­chen­kennt­nis, Unter­neh­mens­grö­ße und ver­füg­ba­ren Kapazitäten.

Hinzu kom­men ver­trag­li­che, orga­ni­sa­to­ri­sche und daten­schutz­recht­li­che Anforderungen.

Des­halb soll­te die Aus­wahl eines Near­shore-Part­ners nicht aus­schließ­lich nach Stand­ort oder Preis erfol­gen. Ent­schei­dend ist, ob Kom­pe­ten­zen, Arbeits­wei­se und Rah­men­be­din­gun­gen zum kon­kre­ten Pro­jekt passen.

Wann eignet sich IT-Nearshoring?

Near­sho­ring kann beson­ders inter­es­sant sein, wenn Unter­neh­men zusätz­li­che IT-Kapa­zi­tä­ten benö­ti­gen, bestimm­te Kom­pe­ten­zen auf dem loka­len Markt schwer ver­füg­bar sind oder Teams fle­xi­bel erwei­tert wer­den sol­len.

Typi­sche Situa­tio­nen sind beispielsweise:

  • kurz­fris­ti­ger oder wach­sen­der Bedarf an IT-Spezialisten,
  • feh­len­de inter­ne Kom­pe­ten­zen für bestimm­te Technologien,
  • Auf­bau eines zusätz­li­chen Entwicklungsteams,
  • Unter­stüt­zung bestehen­der inter­ner IT-Teams,
  • län­ger­fris­ti­ger Bedarf an dedi­zier­ten Ressourcen,
  • Pro­jek­te, bei denen eine enge Abstim­mung mit exter­nen Spe­zia­lis­ten not­wen­dig ist.

Nicht jedes Pro­jekt benö­tigt dage­gen ein Near­shore-Modell. Bei sehr klei­nen Auf­ga­ben oder Anfor­de­run­gen, die zwin­gend eine per­ma­nen­te Prä­senz vor Ort erfor­dern, kann ein loka­ler Dienst­leis­ter die ein­fa­che­re Lösung sein.

Ein Anbieter oder ein Nearshore-Netzwerk?

Tra­di­tio­nell suchen Unter­neh­men einen ein­zel­nen Near­shore-Anbie­ter und prü­fen anschlie­ßend, ob die­ser die benö­tig­ten Spe­zia­lis­ten zur Ver­fü­gung stel­len kann.

Eine Alter­na­ti­ve ist der Zugang über ein Netz­werk meh­re­rer geprüf­ter Near­sho­ring-Part­ner.

Dadurch muss der Bedarf nicht auf die ver­füg­ba­ren Res­sour­cen eines ein­zel­nen Dienst­leis­ters beschränkt blei­ben. Statt­des­sen kön­nen unter­schied­li­che Part­ner ent­spre­chend ihrer tech­no­lo­gi­schen Schwer­punk­te, Stand­or­te und ver­füg­ba­ren Kapa­zi­tä­ten berück­sich­tigt werden.

Genau auf die­sem Prin­zip basiert das Modell von dc near­sho­ring. Über unser euro­päi­sches Part­ner­netz­werk kön­nen Anfor­de­run­gen gezielt mit geeig­ne­ten Near­sho­ring-Unter­neh­men abge­gli­chen wer­den. Unter­neh­men erhal­ten dadurch Zugang zu unter­schied­li­chen Part­nern und IT-Spe­zia­lis­ten, wäh­rend Aus­wahl und Koor­di­na­ti­on zen­tral erfolgen.

Das kann ins­be­son­de­re dann sinn­voll sein, wenn spe­zi­el­le Skills gesucht wer­den oder Unter­neh­men unter­schied­li­che Near­shore-Stand­or­te und Anbie­ter nicht selbst ein­zeln recher­chie­ren und koor­di­nie­ren möchten.

Fazit: IT-Nearshoring oder IT-Outsourcing?

Beim Ver­gleich IT-Near­sho­ring vs. IT-Out­sour­cing ist ent­schei­dend zu ver­ste­hen, dass Near­sho­ring eine mög­li­che Form des IT-Out­sour­cings ist.

Für Unter­neh­men geht es des­halb darum, wel­ches Modell am bes­ten zum kon­kre­ten Bedarf passt.

Ons­ho­ring bie­tet maxi­ma­le geo­gra­fi­sche Nähe, Off­s­ho­ring erschließt einen sehr gro­ßen inter­na­tio­na­len Talent­pool und Near­sho­ring posi­tio­niert sich dazwi­schen: Unter­neh­men kön­nen auf zusätz­li­che IT-Res­sour­cen außer­halb des hei­mi­schen Mark­tes zugrei­fen und gleich­zei­tig von ähn­li­chen Zeit­zo­nen, geo­gra­fi­scher Nähe und einer engen Zusam­men­ar­beit profitieren.

Ent­schei­dend bleibt dabei die Aus­wahl der rich­ti­gen Spe­zia­lis­ten und Partner.

Sie möch­ten prü­fen, wel­che Near­shore-IT-Res­sour­cen für Ihren Bedarf ver­füg­bar sind?
Über das euro­päi­sche Part­ner­netz­werk von dc near­sho­ring erhal­ten Unter­neh­men Zugang zu geprüf­ten Near­sho­ring-Part­nern und pas­sen­den IT-Spe­zia­lis­ten für unter­schied­li­che Tech­no­lo­gien und Projektanforderungen.

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